P&R-Pleite: Rechte und Pflichten als Container-Eigentümer

P&R Container – wer ist Eigentümer der Container?

Mit dem Container-Direktinvestments von P&R sollten die Anleger Eigentümer eines Containers werden. Dieser sollte anschließend an ein Unternehmen der P&R-Gruppe vermietet und von dieser weitervermietet werden. Die Eigentümer selbst wissen nicht, welches ihr konkreter Container ist. Sie wissen auch nicht, an wen er vermietet ist.

Container selbst vermarkten oder dem Insolvenzverwalter überlassen?

Grundsätzlich können Anleger mit ihrem Container machen, was sie möchten. Allerdings besteht derzeit noch der Mietvertrag mit dem jeweiligen Unternehmen der P&R Gruppe. Dieser müsste zunächst einmal gekündigt werden, bevor über eine Eigenvermietung überhaupt nachgedacht werden könnte. Ob die Voraussetzungen für eine Kündigung vorliegen, muss im Einzelfall geprüft werden.

Hinzu kommt, dass eine Eigenvermietung praktisch unmöglich sein dürfte. Die Anmieter von Containern mieten grundsätzlich nur Containerpakete an. Mit einem Ansinnen, einen einzelnen Container vermieten zu wollen, werden Anleger daher keinen Erfolg haben. Es wird wohl vorerst kein Weg daran vorbeiführen, die bestehenden Mietverträge unangetastet zu lassen.

Habe ich überhaupt einen eigenen Container?

Allerdings ist es für Sie als Anleger möglicher Weise interessant, zu wissen, ob Sie einen eigenen Container haben und das in den Vertragsbedingungen beschriebene Eigentumszertifikat mit internationalem Code und Seriennummer des Containers zu erhalten. Entsprechende Musteranschreiben, mit denen Sie die Ihnen zustehenden Unterlagen anfordern können, stelle ich Ihnen auf Nachfrage gerne zur Verfügung.

Risiken des Container-Direktinvestments – Totalverlust und mehr

Viele Anleger teilen in Gesprächen mit, dass ja allzu viel nicht passieren könne, sie seien ja Eigentümer eines Containers. Fragt man nach, erfährt man, dass ihnen diese Ansicht von der Bank oder dem Finanzberater, der ihnen das Investment empfohlen hat, vermittelt wurde. Ein Irrglaube, wie sich bei näherer Betrachtung herausstellt. Denn in der Realität können Sie alleine mit Ihrem Container nichts anfangen und laufen darüber hinaus Gefahr, mit enormen Kosten belastet zu werden.

Eigenvermarktung ist nicht möglich

Als Eigentümer können Sie mit Ihrem Container nichts anfangen, außer ihn sich in den Garten zu stellen. Hintergrund ist, dass eine Verwertung eines einzelnen Containers, also z.B. eine Vermietung, nicht möglich ist. Der Markt kennt nur die Vermietung größerer Pakete von Containern. Sie selbst können also aus dem Container keinen wirtschaftlichen Nutzen ziehen. Der einzelne Container ist damit zunächst einmal wirtschaftlich wertlos.

Mit dem Eigentum können hohe Kosten verbunden sein

Aber Sie müssen Ihren Container erst einmal in ihren Garten bekommen. Ihr Container ist irgendwo auf der Welt unterwegs, steht vielleicht gerade in China, Mumbai, Kapstadt oder Rio. Vielleicht ist er auch gerade auf einem Schiff unterwegs oder steht irgendwo im Norden Sibiriens und wartet darauf, beladen zu werden. Wie wollen Sie ihn zu sich holen? Sind Sie sich darüber im Klaren, was das kostet?

Aber auch sonst sind mit den Containern Kosten verbunden, die auf jeden einzelnen Container-Eigentümer zukommen, wenn das von der P&R Gruppe geschnürte „rundum sorglos Paket“ aus verschiedenen Verträgen auseinanderfällt. Denn die Container müssen gewartet, verwaltet und gelagert werden. Die dafür entstehenden Kosten sind, wenn nicht der Mieter diese Kosten übernimmt, vom Eigentümer – also vom Anleger – zu tragen. Gleiches gilt für die Kosten, die entstehen, wenn der Container in einem Hafen steht. Außerdem kann es zu Haftpflichtschäden durch die Container kommen, für die Sie als Eigentümer des Containers mit ihrem privaten Vermögen einzustehen haben.

Banken und Finanzberater haben Kostenrisiken verschwiegen

Dass es nicht möglich ist, seinen einzelnen Container zu vermieten haben die Banken und Finanzberater, die die Container-Direktinvestments verkauft haben, nach meiner Erfahrung in den Beratungsgesprächen nicht erwähnt. Und auch von der Abhängigkeit von dem von der P&R Gruppe geschnürten Vertragspaket bei der wirtschaftlichen Nutzung des Containers war in keinem mir bisher bekannten Fall die Rede. Ganz zu schweigen von den finanziellen Risiken, die beim Totalverlust des investierten Kapitals nicht Halt machen.

Diese und andere in jedem Fall individuell zu ermittelnde Beratungsfehler sind es, die Chancen eröffnen, das fehlgeschlagene P&R-Investment im Wege des Schadenersatzes gegenüber der beratenden Bank oder dem Finanzberater rückabzuwickeln.