P&R-Pleite: Schadenersatz

Haftung von Banken und Beratern bei der P&R-Pleite

Die Ergebnisse einer Vielzahl von in den letzten Tagen mit P&R-Anlegern geführter Gespräche überraschen nicht: Die Beratung durch die im Vertrieb der Container-Direktinvestments tätigen Banken und Anlageberater war nicht so, wie sie hätte sein müssen. Vieles wurde verschwiegen und beschönigt. Schadenersatzansprüche wegen fehlerhafter Beratung sind in den meisten Fällen eine realistische Option für geschädigte P&R-Kunden.

Sind Sie über die folgenden Punkte von Ihrer Bank oder Ihrem Finanzberater informiert worden?

  • Überteuerte Containerpreise
    Die Preise, für die die Container an die Investoren verkauft wurden, aber auch jene, zu denen ein Rückkauf angeboten wurde, lagen deutlich über den Marktpreisen.
  • Überhöhte Containermieten
    Die von den P&R-Unternehmen garantierten Containermieten lagen zum Teil deutlich über den am Markt erzielbaren Preisen, die über die Jahre ständig zurückgegangen sind. Die Folge: Alleine in den Jahren 2014 2016 belief sich die kumulierte Unterdeckung der P&R-Gruppe bei den Mietzahlungen (an die Anleger ausbezahlte Miete abzüglich eingenommener Miete) auf rund eine halbe Milliarde Euro.
  • Mogelpackung „Sachwertinvestition“
    Container werden nur in großen Paketen von mehreren tausend Einheiten vermietet. Eine Einzelvermietung kennt der Markt nicht. Der Investor ist also davon abhängig, dass sein Container in einem Paket mit Containern anderer Investoren vermietet wird. Das schafft eine Abhängigkeit von der P&R Gruppe und deren wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Die aufgelaufenen Mietunterdeckungen gewinnen da plötzlich eine ganz andere Bedeutung.
  • Rückkauf der Container nicht garantiert
    Der Rückkauf der Container durch die P&R Gruppe zu den in den Beratungen genannten Preisen war keineswegs garantiert, auch wenn das in den Beratungen oftmals anders dargestellt wurde.
  • Krise auf dem Markt für Seefrachtcontainer
    Der Markt für Seefrachtcontainer steckt seit langem in der Krise. Neubaupreise und Mieten bewegen sich seit Jahren immer weiter auf einem historisch niedrigen Niveau.
  • Totalverlustrisiko
    Da eine wirtschaftliche Verwertung eines Containers im Markt ausgeschlossen ist, besteht für den Fall des Ausfalls der P&R Gruppe ein wirtschaftliches Totalverlustrisiko.
  • Zusätzliche Kostenrisiken
    Mit Containern sind Kosten verbunden, die auf jeden einzelnen Container-Eigentümer zukommen, wenn das von der P&R Gruppe geschnürte „rundum sorglos Paket“ aus verschiedenen Verträgen auseinanderfällt. Denn die Container müssen gewartet, verwaltet und gelagert werden. Die dafür entstehenden Kosten sind, wenn nicht der Mieter diese Kosten übernimmt, vom Eigentümer – also vom Anleger – zu tragen. Gleiches gilt für die Kosten, die entstehen, wenn der Container in einem Hafen steht. Außerdem kann es zu Haftpflichtschäden durch die Container kommen, für die Sie als Eigentümer des Containers mit ihrem privaten Vermögen einzustehen haben.

Dies sind nur einige der Punkte, über die im Rahmen eines Beratungsgesprächs im Vorfeld des Erwerbs eines Container-Direktinvestments zu sprechen gewesen wären.

Hat Ihre Bank, hat Ihr Anlageberater auch nur einen dieser Punkte nicht erwähnt, haben Sie gute Chancen, Ihr gesamtes Container-Investment im Wege des Schadenersatzes rückabzuwickeln und im Ergebnis wirtschaftlich so gestellt zu werden, als hätten Sie nie einen Container erworben.